ZU GAST // < die digitale düsseldorf > 2017

Festival für digitale Kunst und Musik in Düsseldorf 10. bis 26. November 2017// Ausstellung "#LowTechArt"


Arno Beck

James Bridle

Aron Demetz

Simon Fischer

Adam Harvey

Nicola Hein & Lukas Truninger

Yutao Gao

Penelope Caracho

Martin Backes

Martin Backes

< die digitale düsseldorf > 2017 im WELTKUNSTZIMMER

10. November 2017, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung #LowTechArt (Backraum & Lager EG)

anschließend Clubnacht (Weltkunstzimmerbar) mit Damien T. Dziwis, Penelope Caracho & Martin Backes

Ausstellungsdauer: 10. bis 19. November 2017

Öffnungszeiten der Ausstellung:

10.11. Eröffnung 19 - 22 Uhr
11.11. und 12.11. 12 - 18 Uhr 
15.11 bis 17.11. 16 - 20 Uhr 
18.11. und 19.11. 12 - 18 Uhr

Das junge Düsseldorfer Festival für digitale Kunst und Musik geht in die zweite Runde und präsentiert vom 10. bis 26.11.2017 Screenshots digitaler Kultur – zusammen mit bekannten Off­Räumen, der Stadtbücherei Düsseldorf und dem Museum Kunstpalast. Ausstellungen, Konzerte, Vorträge und Talks finden an 18 Locations in der Stadt statt, Schwerpunktthema: #LowTechArt.

Aufklärende Fragen, ästhetische Antworten

Die Ausstellung #LowTechArt im Weltkunstzimmer sowie mehrere Ausstellungen und Performances in Off-­Räumen präsentieren nationale und internationale Künstler, die mit -­ im weitesten Sinne -­ Lowtech-­Methoden, also unter Zuhilfenahme einfacher technischer Mittel und Materialien, aufklärende Fragen stellen und die Herausforderung annehmen, ästhetische Antworten zu geben.

Sind wir nicht im Begriff, zunehmend verbindlicher das mitspielende Teil eines gigantischen Geräts zu werden, einer digitalen Maschine, die uns weltumspannend und allgegenwärtig verbindet? Von dieser nehmen wir in der Regel kaum mehr direkt wahr als das, was uns die Displays unserer smarten Kommunikationsgeräte anzeigen. Welche Phänomene, Vorgänge und Strukturen übersehen wir? Welche Chancen haben wir im Gegenzug zu diesen sich totalisierenden technologischen Vorgängen, kulturelle Prozesse der Re-­Humanisierung in Gang zu setzen, zu organisieren, zu fördern? Keine uninteressanten Fragen, wenn man bedenkt, dass wir glauben sollen, sämtliche wesentlichen Informationen würden uns schon angezeigt.

Riskant, charmant.

Grundsätzlich eint die meisten Vertreter der Low Tech Art die Haltung, sich nicht dem jeweils neuesten technologischen und ästhetischen Hype anzuschließen. Was dabei herauskommt, ist oft charmant in seiner Verspieltheit, scheinbaren Naivität oder Lust am nicht Perfekten. Low Tech Art als wenig beachtete Sparte der Medienkunst bewegt sich häufig an der Schnittmenge von Do-­it-yourself-­Ideologie und Kunst. Sie bringt innovative, provokante und zum teil verblüffende Konzepte für das künstlerische Schaffen durch eine Vielfalt von improvisatorischen Praktiken und experimentellen Performances hervor und widmet sich der riskanten Seite der Medien bzw. der digitalen Kunst. In einem weiteren Verständnis fasst man mit dem Begriff die Arbeiten einiger junger Künstler zusammen, die die 8-­Bit-­Ästhetik von Videogame-­Klassikern der 80er und 90er Jahre aufgreifen und ironisch weiter entwickeln.

Vernissage #LowTechArt im Weltkunstzimmer & Clubnacht am 10.11.2017

Um 19 Uhr wird die Austellung #LowTechArt im Weltkunstzimmer eröffnet. Gezeigt werden die Arbeiten von 16 Künstlern, die unterschiedliche Positionen im Raum digitaler Transformation in Szene setzen -­ mittels Videos, Fotografien, Installationen, Performances, WebGL-­Projekten, klassischen Zeichnungen. Folgende nationale und internationale Künstler wirken mit: Martin Backes, Arno Beck, Rajeev Basu, James Bridle, Aron Demetz, Simon Fischer, Adam Harvey, Nicola Hein & Lukas Truniger, Andreas Oskar Hirsch, Ip Kyu Jang, Frank Spiess & Peter WiS, Fred Penelle & Yannick Jacquet und Gao Yutao.

20:00 Nicola Hein & Lukas Truniger: „Structure and the Other“ -­ audiovisual performance with sculptural instruments
„Structure and the Other“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des deutschen Klangkünstlers und Musikers Nicola L. Hein und des Schweizer Medienkünstlers Lukas Truniger mit szenografischer Unterstützung der französischen bildenden Künstlerin Marie Lelouche. Das Stück stellt das Verhältnis von Musik und Sprache in Frage, ihre Korrelation als simultane ästhetische und semantische Strukturen. Die Verbindung zwischen den beiden -­ in Wittgensteins Worten -­ Sprachspielen wird in der ästhetischen Form ihrer Miteinbeziehung untersucht und als audiovisuelle Performance mit skulpturalen Instrumenten umgesetzt.

21:00 Damien T. Dziwis: ByteBeat Live-­Coding (Weltkunstzimmerbar)
Bei BytebBeat handelt es sich um eine Form der arithmetischen Komposition, die durch Ville-­Matias Heikkilä eine gewisse Bekanntheit im Internet und vor allem in der Demoszene erlangt hat. Als Plattform für das Live-­Coding dient das Netzkunst-­Projekt „windows93.net“ – welches neben dem Interpreter für das ByteBeat Coding auch diverse weitere Möglichkeiten zur visuellen Gestaltung bietet. Im Ergebnis entsteht eine audio-­visuelle Live-­Coding Performance zwischen digitaler Komposition, Netzkunst und Glitch-­Art.

22:00 Penelope Caracho: Dubstep (Weltkunstzimmerbar)
Penelope hat über 10 Jahre Erfahrung hinter den rotierenden Stahlscheiben, sie legt nach wie vor ausschließlich Vinyl auf. Schon 2006 startete sie in Düsseldorf den Royal Beat Club und darf damit getrost als ein Urgestein der deutschen Dubstep Szene bezeichnet werden.

24:00 Martin Backes (Berlin): Bass Culture DJ Set (Weltkunstzimmerbar)
Der Berliner Medienkünstler (mit einer Arbeit auch in der Ausstellung #LowTechArt vertreten) ist bekannt für Kunstinstallationen, Sound Environments und Klangdesigns (er ist Mitbegründer des Sound-­/ Medienlabors Aconica) und seit 1994 DJ. Seine Tracks brachten ihn von den Wurzeln des Turntablisms bei Cage, Schaeffer und Musique concrète über das Scratchen bis zum digitalen Mixen und Controllerism. Die aktuelle Vorliebe beschreibt er so: „Aktuelle Bassmusikkultur mit einem Hauch von Afrofuturismus". Seine Leidenschaft für Bassmusik ist gerade deshalb wichtig, weil sie so alltäglich ist -­ sie hat sich über alle Grenzen verteilt. Martin war ein early adopter und Veranstaltete eklektische Freestyle-­Nächte mit den ersten Drum and Bass-­Parties in seiner Heimatstadt -­ auch wenn Deutschland nicht besonders mit dieser Bewegung verbunden ist.

Mehr Infos und das gesamte Programm unter: www.die-digitale.net