GÄSTEZIMMER - Simon Menner: "Terror Komplex" / Präsentation & Künstlergespräch

Dienstag 17. Januar, 19 - 22 Uhr / Simon Menner im Gespräch mit Katja Stuke / Eintritt frei


Katja Stuke und Simon Menner. Foto: Wolfgang Schäfer

Simon Menner über das Boobytraps Project. Foto: Wolfgang Schäfer

Detail aus der Serie "30 Jesuses". Foto: Wolfgang Schäfer

"Aniconism in Radical Islam", Arbeit aus der Serie "The Terror Komplex", Foto: Wolfgang Schäfer

Aus der Serie "The Perception Complex". Foto: Wolfgang Schäfer

Foto: Wolfgang Schäfer

"Posing with Corpses" aus der Serie "The Media Complex", Foto: Wolfgang Schäfer

"Posting with Corpses" aus der Serie "The Media Complex", Foto: Wolfgang Schäfer

Foto: Wolfgang Schäfer

Simon Menner, Foto: Wolfgang Schäfer

Dienstag 17. Januar, 19 - 22 Uhr

"Terror Komplex"

Eine Präsentation der Arbeiten von Simon Menner mit anschließendem Künstlergespräch mit Katja Stuke

Unsere Wahrnehmung ist zum wichtigsten Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts geworden. Angst, erzeugt durch Terror, ist eine der entscheidenden Waffen. Drohnen, Autobomben, Sprengfallen, Schläferzellen, Scharfschützen, die Liste der Bedrohungen ist lang, deren Wirkung sich erst dann richtig entfaltet, wenn Sie sich in unserem Kopf festgesetzt haben. Eine Autobombe, von der wir nichts wissen, kann uns verletzen oder töten, wenn wir aber glauben, sie würde existieren, so wird sie omnipräsent und beraubt uns unserer Freiheit. Ob sie tatsächlich existiert wird dabei fast nebensächlich. So wollen die Beteiligten heute gerne unsichtbar werden; um ihre volle Wirkung zu entfalten benötigen sie dabei sonderbarerweise aber eine PR-Abteilung. Propaganda spielt eine immer wichtigere Rolle in dieser Auseinandersetzung.

Gerade im Hinblick auf Islamistische Propaganda ist hier der Wandel sehr direkt ablesbar. Wurden um das Jahr 2000 herum noch Fotografen von Gruppierungen wie Al-Qaida aktiv verfolgt, da diese gegen das Verbot des menschlichen Abbilds verstießen, so kämpfen heute Gruppen wie Al-Qaida und der Islamische Staat um die Bildhoheit auf Seiten wie YouTube, Twitter und Facebook. Gleichzeitig werden die so verbreiteten Bilder dann von der westlichen Politik und westlichen Medien mit Tabus belegt und kriminalisiert. Es hat also keine 15 Jahre gedauert, um das Bildverbot auf den Kopf zu stellen.

Aber es kann natürlich an dieser Form der Propaganda nicht spurlos vorüber gehen, wenn mittelalterliche Vorstellungen auf Medienkanäle des 21. Jahrhunderts treffen. Das Medium übt zwangsläufig einen Einfluss auf die Aussage aus und so finden sich diese Islamisten – gewollt oder nicht – plötzlich doch im 21. Jahrhundert wieder.

 

www.simonmenner.com

 

Die Veranstaltung ist entstanden in Kooperation mit dem NRW Forum Düsseldorf